AUF REISEN | 3 Gründe, warum Osaka schöner ist als Tokyo

Nachdem mich Tokyo gnadenlos überfordert hatte, schaffte ich es in Osaka endlich mich auf Japan einzulassen. Als ich morgens mit dem Nightliner in Osaka ankam, war es schon hell, aber die Stadt war noch ganz ruhig. Die erste Hälfte des Tages verbrachte ich in meinem Hostelbett im Four Letter Word Hostel (unbezahlte Empfehlung), um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Das Four Letter Word ist extrem einfach gehalten, man schläft in riesigen Holzboxen (ähnlich der berühmten Capsule Hotels). Der Eigentümer, ein Australier namens Chris, saß jeden Abend mit uns in der Lobby und trank Bier, man konnte kostenlos Fahrräder leihen und wir veranstalteten unter anderem alle zusammen eine „Beer Vending Machine Tour“, nach der ich in einen tiefen Alkoholschlaf fiel und meinen Zug nach Kyoto verpasste. Zudem punktet das Hostel mit unheimlich günstigen Preisen. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt!

Am ersten Nachmittag lief ich dann los, um die Stadt zu erkunden. Nachdem es an meinem ersten Tag in Tokyo noch geschneit hatte, waren die Temperaturen hier frühlingshaft mild und ich konnte einige Tage sogar im T-Shirt verbringen. Zwischen mir und Osaka funkte es ziemlich schnell, sodass ich mich (auch wegen meines tollen Hostels) sofort irgendwie heimisch fühlte.

Für eine Reise nach Japan würde ich stets empfehlen zuerst nach Osaka zu fahren, denn es ist nicht ganz so laut, nicht ganz so voll und insgesamt einfach etwas übersichtlicher. Hier bekam ich das erste Mal das Gefühl das japanische Lebensgefühl ein wenig zu verstehen. Drei Gründe, warum man Osaka nicht verpassen sollte, habe ich hier für euch zusammengetragen.

Osaka Hafen
Osaka Hafen
Osaka Hafen
Osaka Hafen

1. Osaka ist eine Hafenstadt

Hafenstädte üben eine besondere Faszination auf mich aus. Egal wo, aber in jeder größeren Hafenstadt, in der ich war, habe ich mich irgendwie wohl gefühlt. Vermutlich weil ich Hamburgerin bin. Der Geruch vom salzigen Meer schwebt durch die Gassen und bei Sonnenuntergang spiegelt sich die Sonne im Wasser. Hier kommen die großen Schiffe an und die Stadt verströmt ein Gefühl von Freiheit. Für Fisch-Fans gibt es hier auch eines der größten Aquarien der Welt zu sehen!

2. Wunderschöne Tagesausflüge nach Nara und Yoshino

Von Osaka aus sind Nara und Yoshino nur einen Tagesausflug entfernt. In Nara gibt es wunderschöne Tempel, einen verlassenen Vergnügungspark und wilde Rehe zu sehen. Die Rehe sind so zahm, dass sie einem Cracker, die man dort kaufen kann, aus der Hand fressen. Auf einem Hügel liegt ein Tempel, von dem man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt hat. Lieber etwas früher anreisen, um die Touristenmassen zu vermeiden. Mir hat der Ausflug extrem gut gefallen.

In Yoshino ist dann schon deutlich weniger los. Die kleine Stadt liegt in den Hügeln und man kann hier auf einen Berg hoch wandern. In traditionellen Restaurants kann man auf dem Boden sitzend einen Ausblick über das Gebirge genießen und japanische Spezialitäten probieren. Von den Aussichtsplattformen auf dem Berg hat man einen perfekten Blick über die Wälder, die zur Kirschblütenzeit in den unterschiedlichsten Rosatönen und zur Herbstzeit komplett bunt, leuchten.

Wenn euch Nara und Yoshino nicht reichen, dann könnt ihr natürlich auch einen Tagestrip nach Kyoto machen, die Städte sind mit dem Nahverkehrsnetz verbunden und man braucht höchstens 1,5 Stunden für die Strecke. Da ich in Kyoto aber insgesamt vier Tage verbracht habe, widme ich dieser Stadt in den nächsten Wochen noch einen eigenen Artikel.

Rehe füttern Nara
Nara Wild
Rehe Nara
Tempel Nara
Yoshino Japan
Yoshino

Osaka Castle Kirschblüte

3. Osaka Castle

Natürlich hatte ich Glück, dass ich Tokyo, Osaka und Kyoto in voller Kirschblüte erlebte, denn normalerweise blüht diese erst zwei Wochen später. Nichtsdestotrotz kann ich euch nur empfehlen das wunderschöne Osaka Castle anzusehen. Es befindet sich in einem atemberaubenden Schlosspark und ist etwas erhöht gelegen, sodass man eine herausragende Sicht über die Stadt hat. In meinem Hostel konnte ich Fahrräder leihen und so fuhr ich mit dem Rad dorthin, was ich sehr geliebt habe.

Neben den Tagesausflügen und der Burg bietet Osaka noch ein spannendes Red Light District und eines der höchsten Riesenräder der Welt – ich bin damit gefahren und kann es nur empfehlen, ich hatte von dort eine perfekte Sicht über die gesamte Stadt. Von vielen habe ich in Tokyo gehört, dass Osaka gar nicht so spannend sei, warum ich denn nicht direkt nach Kyoto fahren würde, da sei es viel schöner. Im Nachhinein bin ich aber sehr froh über meinen Aufenthalt in Osaka, denn ich mochte es dort nicht nur unheimlich gern, sondern habe auch eine Freundin kennengelernt, die ich während meiner Zeit in Japan noch öfter traf und die mir für Kyoto einen Couchsurfing-Kontakt vermittelte. Auch in meinem Hostel bin ich im Laufe meiner Reise noch ein zweites Mal gewesen – und es hat sich ein wenig wie nach Hause kommen angefühlt.

xoxo Ruth
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3 Comments

  • Was für tolle Eindrücke! Ich war letztes Jahr nur in Tokyo, aber möchte unbedingt auch noch andere Städte in Japan hören. Bisher sagt nämlich fast jeder, das Osaka, Kyoto etc alle schöner sind als Tokyo!

    • Hey Christine,
      ja, schöner sind Kyoto und Osaka auf jeden Fall.
      Tokyo ist halt eine Millionenstadt, Kyoto wirkt eher wie ein riesiges Dorf, da es recht flach bebaut ist.
      Trotzdem hat auch Tokyo seine spannenden Seiten, wenn man sich erst einmal an Japan gewöhnt hat.
      Ich werde demnächst noch einige weitere Beiträge zu Japan (u.a. zu Kyoto) veröffentlichen und freue mich, wenn du diese auch liest :)
      Liebe Grüße
      Ruth

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