AUF REISEN | Istanbul

Istanbul. Wow. Meine Reise nach Istanbul ist mittlerweile schon fast ein Dreivierteljahr her und kommt mir so weit entfernt vor. Dabei war der Kurztrip eine der besten spontanen Entscheidungen, die ich im letzten Jahr getroffen habe. Ende Juni hatte ich meinen jetzigen Freund kennen gelernt und im September entschieden wir zusammen nach Istanbul zu reisen – uns gegenseitig und eine fremde Stadt ein paar Tage kennen zu lernen. Istanbul, diese riesige, lebhafte Stadt, war der perfekte Ort dafür.

Wir wurden häufig gefragt, ob wir dort schlechte Erfahrungen gemacht haben. So als deutsche Touristen. Und: Nein. Überhaupt und gar nicht. Zum einen sehen wir beide wohl nicht deutsch aus und wurden überwiegend auf russisch von den Händlern angesprochen und zum anderen sind die meisten Türken unglaublich freundliche und höfliche Menschen. Zu jedem!

Während wir dort waren, war es fast durchgehend bewölkt und um die 18°C. Wir hatten in der Türkei zwar wärmere Temperaturen erwartet, fanden es aber gleichzeitig sehr angenehm. Es regnete immer mal wieder, doch gerade das hatte einen besonderen Charme. Ich erinnere mich gern, dass wir vor dem Regen in ein Reggae-Café flohen. Dort liefen Adele-Lieder, wir spielten Schach und tranken türkischen Tee, während der Regen in Rinnsalen durch Istanbuls steile Straßen floss.

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Unsere Unterkunft in Istanbul

Ich hatte mich vor unserer Reise über die beliebtesten Viertel informiert und buchte uns über AirBnB ein Zimmer in Istanbul, Beyoğlu – nahe des Taksim Platzes und des Galatasaray-Turms. Wir zahlten in der Nebensaison zu zweit etwa 5€ pro Nacht. Das Zimmer war simpel, aber wir brauchten nicht viel. In der Wohnung lebten einige Studenten und ein junges Paar, die uns Tipps zu Istanbul gaben. Unter anderem empfahlen sie uns in den kantinenartigen Restaurants zu essen und statt des kostenpflichtigen Galatasaray-Turms dieselbe Aussicht auf der Dachterasse eines Restaurants nebenan zu genießen.

Sehenswürdigkeiten in Istanbul

Auf unserer Liste standen einige Sehenswürdigkeiten. Als wir die Blaue Moschee betraten, waren wir sprachlos. Das ganze Gelände erschien unwirklich – wie aus einem Disney-Film. Die Decken waren so hoch und prunkvoll verziert. Ich war zuvor nie in einer Moschee gewesen und wir saßen sicherlich eine Stunde schweigend auf dem Teppichboden, betrachteten die kunstvolle Decke und die andächtig-betenden muslimischen Männer. Auch die Cisterna Basilica war faszinierend – ein Palast unter der Erde, erbaut mit geklauten Elementen, unter anderem griechischen Medusas, die, um sie ihrer Bedeutung zu entheben, auf den Kopf gestellt wurden. Die Hagia Sofia fand ich vergleichsweise weniger interessant. Diese drei Sehenswürdigkeiten ließen sich gut an einem Tag besuchen, da sie sehr nah zusammen liegen.

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Weitere Tipps zu Istanbul

Fähre fahren kostet nicht viel in Istanbul und ist, gerade bei Sonnenuntergang, unglaublich schön. Die asiatische Seite, Kadiköy, hat uns zudem sehr gut gefallen. In Kadiköy saßen viele Studenten nachts auf der Straße und wir konnten Bier trinken, ohne dass es ein Problem für die Öffentlichkeit gewesen wäre. Einen Nachmittag liefen wir einfach nur am Pier von Kadiköy entlang und betrachteten Europa von der anderen Seite.

Auch der Basar ist einen Besuch wert, wenn man herausfinden will, ob die neue Bekanntschaft einem auch noch zuhört, wenn man über gefälschte Designer-Handtaschen spricht und weiß, dass es ihn eigentlich weniger interessiert.

Istanbul war günstig für uns. Für mich als Vegetarier allerdings in Sachen Ernährung eine Hürde – auch wenn wir die leckerste Pistazienschokolade der Welt dort kauften. Mit Kumpir und Falafel kann ich zwar liebend gern mehrere Tage lang arrangieren, doch manchmal mussten wir lange suchen um ein Restaurant mit vegetarischen Angeboten zu finden. Das beste Restaurant fanden wir zufällig, als wir schon eine Weile mit knurrenden Mägen liefen und uns irgendwann ins nächstbeste setzten. Dies hatte einen bezaubernden Hinterhof und die noch etwas angespannte Stimmung vom Flug und dem Alltagsstress der vorherigen Tage war ab dem Moment, in dem der türkische Tee auf unseren Tischen stand, wie weggeblasen. Der Hummus und die Falafelbällchen waren bezeichnend in diesem Laden. Leider vergaßen wir uns den Namen zu merken, sodass wir das Restaurant im Großstadt-Labyrinth nie wieder fanden. Felix, meine Reisebegleitung, aß auch ein Gericht in einer dieser Kantinen und schwärmte stark davon. Es war allerdings nicht vegetarisch.

Eine weitere Empfehlung ist natürlich der Tee. Er ist stark, lecker und definitiv einen Export wert. Während wir die Stadt unsicher machten, tranken wir täglich mindestens 6 Gläschen und testeten auf diese Art viele kleine Restaurants. Meist kostet ein Glas nicht mehr als umgerechnet 50 Cent.

Nach dieser Reise kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt mit diesem Menschen, den ich noch gar nicht so gut kannte, zu verreisen. Die Reise hat unsere Beziehung begünstigt und gefestigt. Istanbul ist zudem eine wunderschöne Stadt, die dir eigentlich die ganze Zeit, auch bei Regenwetter, golden vorkommt. Istanbul ist spannend, vielseitig, lebendig und definitiv eine Reise wert.

xoxo Ruth
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