AUF REISEN | Tokyo – Laut, bunt und voll

Tokyo war ein wenig mein Kindheitstraum gewesen. Mit 14 habe ich gern Mangas gelesen und wollte unbedingt mal nach Japan. Zwar lese ich schon lange keine Comics mehr, aber wo ich dann am Streckenende der transsibirischen Eisenbahn keine zwei Flugstunden mehr von Tokyo entfernt war, dachte ich: Warum eigentlich nicht? Als ich dann in Tokyo ankam, war ich allerdings erstmal komplett überfordert. Abgesehen von dem asiatischen Teil Russlands, durch den ich gereist bin, und der asiatischen Seite Istanbuls war ich noch nie in Asien gewesen und sowohl Russland als auch die Türkei fühlen sich relativ westlich und europäisch an.

In Tokyo prallen Welten aufeinander, ich hatte einen ordentlichen Kulturschock und war zudem komplett überreizt. Alles ist bunt, laut und blinkt. Überall sind Menschen, Menschen neben Menschen, Menschen über Menschen, Menschen in Menschen. Es hat ein paar Tage gedauert bis ich mich akklimatisiert hatte und für mich war Tokyo leider gar kein idealer Einstieg. Ich verbrachte dort, nachdem ich in Japan ankam, sieben Tage, bevor ich mit dem Nachtbus nach Osaka fuhr. Erst in Osaka schaffte ich es mich auf die Kultur und das Land einzulassen. Tokyo lernte ich zu genießen, als ich vor meinem Abflug nochmal zwei Tage dort verbrachte. Das ist auch der Grund, warum ich empfehlen würde, einen längeren Japan-Aufenthalt nicht in Tokyo zu beginnen. Trotzdem möchte ich euch einen kleinen Überblick über Tokyo geben.

Ueno

Mein AirBnB-Hostel war in Ueno, sodass dieser Teil Tokyos der erste war, den ich mitbekam. In Ueno sind eine Menge Sehenswürdigkeiten und mir hat es dort am Besten gefallen, sodass ich mein zweites Hostel, als ich wieder nach Tokyo kam, auch dort buchte. Zu Fuß bin ich von meinem Hostel zum Asakusa-Schrein gelaufen, der zwar sehenswert aber auch extrem überfüllt ist. Außerdem liegen dort auf der Ecke der Ueno-Park und der Ueno-Zoo. Der Park ist gerade während der Kirschblüte (Sakura) extrem beliebt und voll, aber dann vermutlich auch am Schönsten. Der Eintritt zum Zoo ist mit 600 Yen (etwa 4,60€) günstig und es gibt viele interessante Tierarten u.A. Pandas und Erdferkel – Wusstet ihr schon wie niedlich Erdferkel sind? – zu sehen. Allerdings handelt es sich um einen asiatischen Zoo, der mit den europäischen Standards kaum zu vergleichen ist. Die Tiere haben also nicht sonderlich viel Platz. Ob man das unterstützen will, sollte man sich vielleicht überlegen. Außerdem besuchte ich das National-Museum, das auch in Ueno liegt. Wenn man sich für japanische Kunst und Kultur interessiert, dann ist es auf jeden Fall empfehlenswert.

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Tokyo in a Nutshell: Viele Menschen, Wolkenkratzer und die Kirschblüte

Shimo-Kitazawa

Nachdem ich drei Tage auf der wohl unbequemsten Matratze der Welt verbrachte, bin ich für weitere drei Nächte zu einer Couchsurferin gezogen. Elena wohnte in Shimo-Kitazawa, was laut ihrer Aussage das „Hipster-Viertel“ Tokyos ist. Von hier aus ist es nicht weit nach Shinjuku und Shibuya. In dem Viertel selbst gibt es viele kleine Cafés und Second Hand-Läden – Elena könnte also Recht haben. Außerdem findet sich hier die niedlichste Bäckerei der Welt: In Shiro Hige’s Cream Puff Factory gibt es Totoro-Windbeutel.

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Shinjuku

Wenn man an Tokyo denkt, dann denken die meisten vermutlich zuerst an die bunt beleuchteten Straßen in Shinjuku. Doch Shinjuku kann mehr als nur leuchten. Der Shinjuku-Bahnhof ist verbunden mit einem riesigen Einkaufszentrum, indem es die interessantesten Dinge zu kaufen gibt. Neben dem Bahnhof befindet sich außerdem ein riesiger Park, der Shinjuku Gyoen Park. Auch dieser ist während der Kirschblüte sehenswert, kostet aber Eintritt. Am sehenswertesten fand ich persönlich aber, dass wann immer ein Japaner an einer Kirschblüte vorbeikam, er/sie ein Foto machte. In Shinjuku ist außerdem das „Shinjuku Golden Gai“ zu finden, dabei handelt es sich um ein kleineres Rotlicht-Distrikt, in dem sich eine ganze Menge Karaoke-Bars (und normale Bars) befinden. Dort trifft man nicht nur weltoffene Japaner, sondern auch viele Ausländer. Ich verbrachte im Golden Gai zwei unglaublich witzige Abende.

In der Nähe der Station Shinjuku befindet sich außerdem das Metropolitan Government Building, also das Regierungsgebäude. Diese verfügt über zwei Aussichtsplattformen auf zwei unterschiedlichen Türmen. Die Plattformen sind tatsächlich kostenlos. Ich war abends dort und konnte auch bei Nacht eine atemberaubende Aussicht genießen.

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Rechts: In Tokyo traf ich dann auch das erste Mal auf meiner Reise auf ein bekanntes Gesicht: Mein Uni-Dozent Stefan Marx hatte dort gerade eine Ausstellung.

Shibuya

In Shibuya ist neben der häufigst-passierten Kreuzung der Welt vor allem der Yoyogi-Park, in dem sich der Meji-Schrein befindet eine Attraktion. Ich persönlich fand den Park sehr schön, allerdings muss man auch hier für bestimmte Bereiche Eintritt zahlen. In Japan ist eben nichts umsonst.

Von Harajuku haben die meisten schonmal etwas gehört. Der Teil Shibuyas ist besonders für die außergewöhnlichen Streetstyles und die junge ausgeflippte Szene bekannt. Dort gibt es das ausgeflippteste Essen und die bunteste Mode, die ich jemals gesehen habe. Außerdem reiht sich auch hier ein Second Hand-Läden an den nächsten – Ich weiß jetzt zumindest, wo die ganze 90er Mode abgeblieben ist. Ich shoppe zwar nicht mehr viel, aber dort konnte ich es mir wirklich nicht verkneifen und kaufte mir eine Second Hand-Latzhose und ein T-Shirt. Harajuku habe ich als extrem anstrengend empfunden, weil es unglaublich voll und laut war. Das ist aber auch kein Wunder, denn es ist wirklich ein Paradies für alle, die gerne Shoppen gehen. Außerdem gibt es hier einige der bekannten Tier-Cafés. Wir haben uns eine Art Eulen-Ausstellung angesehen, von der ich im Nachhinein aber unbedingt abraten würde, da die Eulen festgekettet waren und garantiert nicht glücklich.

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Akihabara

Akihabara ist ein Must-See für alle, die sich für Technik interessieren. In dem riesigen Elektromarkt direkt an der Bahnstation gibt es alles, was das Technikherz begehrt und vor allem auch vieles, das hier erst in den nächsten Jahren ankommen wird. Außerdem sind in der Nähe der Akihabara-Station viele Comicläden und einige der bekannten Manga Cafés zu finden. Ich selbst habe mir diese Erfahrung erspart. Dafür habe ich stundenlang in dem Starbucks nahe der Station gesessen und einfach Menschen beobachtet.

Tokyo

Da es sich bei der Stadt Tokyo streng genommen um eine Metropolregion handelt, ist Tokyo, die Stadt, quasi ein Stadtteil von Tokyo. Tatsächlich habe ich nur ein paar Stunden in Tokyo selbst verbracht. An diesem Nachmittag besuchte ich den Kokyo Higashi-Gyoen Park. Bei diesem Park handelt es sich um die japanischen Palastgärten, weswegen er öffentlich und kostenlos ist. Mir persönlich hat der Garten von allen Parks in Tokyo (der Metropolregion) am besten gefallen, weswegen ich in ihr auch erwähnen möchte.

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Okubo

Mit meinem Couchsurfing-Host Elena habe ich außerdem einen Abend in Okubo verbracht. Okubo ist der „Korean District“ von Tokyo. Wer meinen Blog schon ganz lange liest, weiß, dass ich früher viel über koreanische Kosmetik berichtet habe und auch wenn ich diesbezüglich nichts mehr kaufe, ging eine Art Traum in Erfüllung alle diese Produkte mal im Laden zu sehen und direkt ausprobieren zu können.

Ikebukuro

Ikebukuro ist ebenfalls vor allem eine Shopping-Area. Hier befindet sich ein riesiges Einkaufszentrum mit einem Pokemon-Center. In dem Center könnt ihr vor allem Merchandise-Produkte kaufen, aber auch Spiele und für Pokemon Go-Spieler gibt es hier gelegentlich Events. Abgesehen davon hat mich vor allem die Aussichtsplattform „Sunshine 60“ interessiert, die ich dann aufgrund der hohen Preise doch gar nicht besuchte. Ich habe aber gehört, dass sie gut sein soll. Neben dem Pokemon-Center und dem Observation Deck gibt es in Ikebukuro auch ein paar der riesigen berühmt-berüchtigten japanischen Gaming Halls, in denen man von Greifautomaten über Purikura bis hin zu Tetris so ziemlich alles spielen kann.

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Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Überblick über diese gigantische Stadt geben. Natürlich ist er unvollständig, aber eine vollständigen Übersicht wird man in einer Stadt, in der fast 20 Millionen Menschen leben wohl kaum finden. In nächster Zeit erwartet euch noch ein wenig mehr Japan-Content. Ich werde jeweils einen Artikel über meine Zeit in Osaka und Kyoto schreiben, außerdem plane ich einen Beitrag zu meiner Japan-Bucket List, zu dem Japan Rail Pass und Budget Tipps für dieses wahnsinnig teure Land.

xoxo Ruth
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