AUF REISEN | Im Winter in Sibirien

„Bin ich eigentlich bekloppt?“, habe ich mich nicht nur einmal gefragt, als ich im März durch Sibirien reiste. Mit Tiefsttemperaturen von bis zu -24°C haben selbst zig Lagen mich oft nicht mehr warm halten können. Trotz allem war es eine einmalige Erfahrung, bei der ich stolz und glücklich bin, dass ich sie machen durfte.

In der sibirischen Großstadt Irkutsk verbrachte ich insgesamt zehn Tage. Irkutsk ist eine wunderschöne Stadt, die nicht umsonst das „Paris von Sibirien“ genannt wird. Auch wenn sie in Teilen etwas heruntergekommen wirkt, habe ich mich dort unglaublich wohl gefühlt. Innerhalb meines kurzen Aufenthalts habe ich fast schon eine Art Freundeskreis dort aufbauen können. Eine der wenigen Städte im Ausland, in denen ich gerne mal leben würde.

In diesen Tagen nahm ich die Marschrutka nach Llystvyanka. Die Stadt liegt direkt am Baikalsee und wirkt im März seltsam verlassen.   Auf dem Eis stehen kunstvolle Skulpturen und es sind Buden aufgebaut, aber kaum Touristen zu sehen. Außerdem überquerte ich den Baikalsee bei Sludvyanka, wo er etwa 15km breit ist. Auch das war eine einmalige Erfahrung: Ich drehte mich im Kreis und in alle Richtungen konnte ich nur Weiß sehen und in der Ferne ein paar Berge. Zwischendurch reiste ich dann ein paar Tage nach Khuzhir auf Olkhon. Olkhon ist die größte Insel im See und hat für die Schamanen wohl eine große Bedeutung. Ich entschied mich diese Tour auf eigene Faust zu machen, obwohl Touren angeboten werden. Diese sind allerdings unverhältnismäßig teurer. Für etwa 15€ kann man einen Bus nach Khuzhir nehmen. Dieser fährt 6 Stunden lang u.A. über die Autobahn direkt auf dem Eis. Am Besten sollte man sich direkt den Bus zurück buchen, wenn man aussteigt, denn dann wird man direkt am Hostel wieder abgeholt. Mein Hostel hatte keine Dusche und ein Plumpsklo im Garten – bei -15°C definitiv eine Grenzerfahrung. Im einzigen Hotel des Dorfes (Nikita’s Homestay) kann man dann einzelne Touren buchen. Ich entschied mich für etwa 10€ eine halbtägige Tour übers Eis zu machen und das war definitiv eine meiner besten Entscheidungen. Ich kann es bis heute nicht in Worte fassen. Es gab frischen Fisch (für mich als Veggie nur Reis) und frischen Wasser direkt aus dem See. Ich habe noch nie soviel Eis gesehen. Um die Touren und Hostel zu bezahlen, sollte unbedingt Bargeld mitgenommen werden, denn auf der gesamten Insel gibt es keinen Geldautomaten. Nach drei Tagen fuhr ich zurück nach Irkutsk – um von dort weiter mit der transibirischen Eisenbahn zu fahren.

Wenn euch meine Fotoserie aus Sibirien „Das Ende der Welt“ interessiert, dann klickt gerne hier.

xoxo Ruth
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