THOUGHTS | Bloggererinnerungen

Inspiriert von Masha mit einem Beitrag über ihre Emo-Zeit und einer Email von Over-Blog, in der stand: „Herzlichen Glückwunsch zum 6. Geburtstag ihres Blogs„, möchte ich über meine erste Zeit als Blogger schreiben und wie mich das Bloggen zu der Person gemacht hat, die ich heute bin: Damals eröffnete ich inspiriert der Bloggergröße Tavi Gevinson (Kennt die noch wer? Die war damals DIE Überbloggerin..) und einem Mädchen namens Jenny, die auf ihrem Blog über ihre Piercings und ihr Alltagsleben schrieb, einen eigenen Blog. Mein erster Blogname: Petit Rêveur veut évoque un sorire – ein kleiner Träumer möchte ein Lächeln zaubern. Warum französisch, wo ich doch nichtmal französisch spreche? Fragt mich nicht…

Als ich damals anfing zu bloggen, war ich das brave liebe Mädchen von nebenan, in jeder Hinsicht. Zu erzählen hatte ich eigentlich auch nicht viel, hatte ich doch gerade erst meinem ersten Alkoholrausch vom ersten Bier meines Lebens gehabt (ja, von einem Bier), war unglücklich verliebt in einen Typen, der nur Sex wollte und beschäftigte mich ansonsten damit Mangas zu lesen, Liebesfilme zu schauen und Gitarre zu lernen, was ich kurze Zeit später wieder aufgab. Trotzdem veröffentlichte ich sehr regelmäßig Artikel und entschied nach zwei Wochen meinen Blog auf Blogger umzuziehen. Das erste Jahr, in dem ich bloggte, war wohl das ereignisreichste Jahr meines Lebens, was mit dem Bloggen aber erstmal gar nicht viel zu tun hatte. Gerade 16 geworden, wollte ich mich ausprobieren, neue Menschen treffen, feiern gehen und das Leben kennenlernen. Der Sommer 2010 ist der Sommer, an den ich mich am liebsten erinnere, es war ein warmer Sommer und ich verbrachte unzählige Nächte im Stadtpark mit neuen Bekannten, von denen einige auch heute noch zu meinen engen Freunden gehören. Doch auch das Bloggen veränderte mich, war ich vorher einfach gerne bunt gekleidet, waren die Bloggermädels damals größtenteils edgy Indiemädchen, die Jeffrey Campbell Litas zu Galaxy Leggings und Tanktops mit Dreieckmotiven trugen. Rot gefärbte Haare waren der Shit in der Bloggerwelt und wenn man dazu noch Tunnel oder Piercings hatte, dann war man richtig cool. Inspiriert durch diese neue Szene, der ich jetzt angehörte, färbte ich meine Haare ebenfalls rot und dehnte meine Ohrlöcher auf 10mm. Mein neuer Freundeskreis fand das cool, ich auch. Einige meiner neuen Freunde hatten auch Blogs und so fand es keiner komisch, wenn man über seine tiefsten Gefühle Gedichte verfasste oder über die Erfahrungen der letzten Nacht schrieb. Ich fand einige Blogs, die genau wie ich, eine Art Tagebuch schrieben. Mittlerweile hatte ich einige Blogleser bekommen, die meinen Blog zahlreich kommentieren und unterlegte meine Gedanken mit stimmigen Tumblr-Fotos. Manchmal machte ich auch Bilder von mir, aber ich war eher fotoscheu. In der Zeit begann ich mich mehr mit Fotografie zu befassen, sodass ich zum 17. Geburtstag eine Bridgekamera geschenkt bekam und fortan nur noch eigene Bilder auf dem Blog postete, manchmal auch ganz ohne Text. Die Fotografie wurde zu einer Leidenschaft und wies mir sogar den Weg zu meinem heutigen Studium. Der Blog lief gut, ich bekam viel Rückmeldung und steckte viel Mühe in den Blog, manchmal postete ich täglich, manchmal wochenlang nicht.. Ich fühlte mich zu nichts verpflichtet und freute mich als wäre es Geburtstag als ich von Nerdbirds eine Kette  geschickt bekam. Daran, dass es irgendwann einmal professionelle Blogger geben würde, war abgesehen von Tavi und Bryanboy nicht zu denken..

Nach etwa anderthalb Jahren Bloggen begann ich eine Beziehung mit meinem Exfreund. Ich feierte weniger, ich färbte mir die Haare wieder blond und schrieb nicht mehr über meine Gefühle.. Mein Exfreund bat mich den Blog zu löschen, da es ihm missfiel, dass im Internet jeder über meine ehemaligen Gefühle für andere Typen lesen konnte. Ich kam seiner Bitte nach. Ein halbes Jahr nach unserer Trennung fehlte mir das Bloggen dann sehr und strawberry pie entstand – vorerst als Beautyblog, da ich nicht wieder über Gefühle schreiben wollte. Nach und nach langweilte mich Schminke und ich verlagerte meinen Schwerpunkt auf Mode, wo ich jetzt nach zwei Jahren immer noch bin. Aber ich möchte zusätzlich wieder etwas persönlicher schreiben, auch wenn ich bezüglich Parties nicht mehr so ein Mitteilungsbedürfnis habe und auch mein Liebesleben deutlich ruhiger geworden ist, gibt es immer Dinge aus dem Alltag, an denen ich euch gern teilhaben lassen würde.

Und für alle, die es interessiert: Meinen ersten Blog, den ich nach zwei Wochen umzog, gibt es noch. Das Design war allerdings damals schöner. Falls ihr gucken wollt: HIER! Unten habe ich euch Bilder aus meinem alten Blog eingebunden, einfach, weil ich sie immer noch mag und aus Retrogefühlen.

xoxo Ruth
Instagram
| Twitter | Follow Me








5 Comments

  • Super interessant, ich liebe solche Rückblicke :) Ich hatte auch eine ziemlich ähnliche Phase, auch wenn ich in der vom Bloggen gar nichts wissen wollte.. Du hast dich auf jeden Fall mega entwickelt.

    Alles Liebe,
    Fee von Floral Fascination

  • Ein toller Rückblick Ruth :)
    Ich finde, die roten Haare stehen dir sehr gut – wenn nur das Problem mit dem ‚wieder blond bekommen‘ nicht wäre haha
    Über Gefühle schreiben ist immer gut – also hau in die Tasten

    Liebste Grüße,
    Josie

  • Ja, ich habe ungefähr mit 13 angefangen zu bloggen, damals noch auf myblog. Das waren Zeiten. :D Wir haben auch damals nur über Gefühle und Erlebnisse geschrieben. Manchmal vermisse ich diese Zeit, diese Art von Blogs wurde halt von Social Media abgelöst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Herzlichen Glückwunsch zum 6. Geburtstag ihres Blogs", möchte ich über meine erste Zeit als Blogger schreiben." />