THOUGHTS | Einseitige Freundschaften

Ich habe in meinem Leben schon viele Freundschaften geschlossen und viele Freunde auch wieder verloren. Ein Großteil dieser verlorenen Freundschaften waren einseitige Freundschaften. Da waren Leute dabei, die nur aus praktischen Gründen mit mir befreundet waren, weil ich irgendwen kannte oder irgendetwas konnte und Leute, die sich eigentlich kaum für mich interessiert haben. Leute, die einen sozusagen als seelischen Fußabtreter benutzt haben. Und Leute, die man eigentlich mal sehr gern hatte, wo aber aus irgendwelchen Gründen die Freundschaft irgendwann einseitig wurde. Ständig schrieb man ihnen, aber es kam kaum etwas zurück. Treffen wurden abgesagt oder auf Termine in weiter Zukunft verschoben. Und während mit den ersten beiden Typen als Freundschaften relativ leicht abzuschließen ist, fällt es mir beim dritten Typ oft schwer.

Ich bin nicht der Mensch, der viel bei WhatsApp online ist und ständig am Chatten ist. Aber ich wünsche mir von meinen guten Freunden, dass sie ab und zu ein Update schicken, wie es bei ihnen läuft. Und während ich bei alten gefestigten Freundschaften darauf vertraue, dass alles zwischen uns so ist wie vorher, auch wenn wir uns mal ein Jahr nicht sehen, fällt mir diesen Vertrauen bei frischen Freundschaften schwer. Es gibt diesen Moment in dem man anfängt, eine Freundschaft als belastend zu empfinden. In dem man merkt, dass man ständig nur hinterherrennt und irgendwie nichts mehr zurückbekommt. Und meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich Hinterherrennen bei den meisten Menschen nicht lohnt. Wenn ich anfange darüber nachzudenken, ob ich vielleicht etwas Falsches gemacht habe, weil sich die andere Person nie meldet, dann ist es meist schon zu spät. Ich habe dann das Gefühl, ich nerve nur noch. Wenn nichts mehr zurück kommt, habe ich einfach das Gefühl, es ist nicht wichtig genug.

Wenn man merkt, dass man selbst eigentlich nur noch negativ gegenüber der Person gestimmt ist, ihr eventuell auch nicht mehr vertraut, wenn sie das zehnte Mal sagt, dass sie sich meldet oder sich einfach ihre Prioritäten so stark verschoben haben, dass man selbst nur noch an 27. Stelle kommt – nach in der Nase bohren und in der Luft herumschauen. Dann ist es einfach das Beste eine Freundschaft, egal, wie wichtig sie war, zu beenden, denn es tut nur noch weh.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit einseitigen Freundschaften gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr einen Tipp, womit man solche „Freunde“ direkt enttarnen kann, bevor man viel Liebe und Energie in Beziehungen steckt, die man Schluss nur Stärke zehren?

xoxo Ruth
Instagram
| Twitter | Follow Me

3 Comments

  • Ich kann deine Ansichten hier sehr nachvollziehen, denn vor allem Typ 3 ist auch für mich der Typ, mit dem man am schwierigsten abschließen kann. Man hofft zwar innerlich, dass sich alles wieder einpendelt, aber dies wird nicht passieren. Leider. Ich bin so einer Person das letzte Jahr auch nur hinterher gerannt bis ich dann endlich einsehen musste, dass man manche Personen gehen lassen muss…

    „There comes a point in your life, when you realize who matters, who never did and who always will!. So, don’t worry about people from your past, because there is a reason why they never made it to your future!”

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  • Oh das kenne ich nur zu gut…
    Einen Tipp habe ich da leider selbst nötig, denn es passiert mir immer wieder, dass ich irgendwann an Bedeutung für manche „Freundinnen“ verliere. Bei manchen kommt man damit ganz gut klar, da es keine wirklich tiefe Verbindung gab, aber bei anderen hingegen kann es richtig weh tun, da man dieser Person so viel anvertraut hat, so viel Liebe geschenkt hat.

    Liebst
    Sarah | http://mondodellamoda.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.