THOUGHTS | Meine Blogpause

Nachdem ich ja schon vorletzte Woche einen eher nachdenklichen Post geschrieben habe, wurde mir am letzten Montag alles zuviel. Auf dem Weg zu meiner Verabredung mit Eli überkam es mich und ich löschte Instagram. Zuhause schloss ich meinen Laptop weg und entschied für eine Woche abstinent zu bleiben, abstinent von Instagram, von meinem Blog und von allem, was damit zu tun hatte. Ich konnte und wollte so nicht mehr weiterbloggen, denn der ganze Konsum und die ganze Selbstdarstellung kotzte mich einfach nur noch an. Ich wollte mir die Woche Zeit nehmen um herauszufinden, was mir am Bloggen liegt und wer ich eigentlich selbst bin, denn manchmal habe ich das Gefühl das nicht mehr zu wissen.

Ich wollte herausfinden, wie schnell ich mich langweile und Dinge, die ich aufschiebe, endlich erledigen. Zwar hatte ich einige Dinge im Haushalt zu tun, wie die Wohnung aufzuräumen, aber ich ging dennoch davon aus, dass ich mich nach kurzer Zeit ohne Laptop und Instagram langweilen würde. In leeren Minuten schaute ich am Anfang jedes Mal aufs Smartphone um festzustellen, dass ich kein Instagram und auch keine anderen Social Apps mehr installiert hatte. Und irgendwie fand ich immer etwas zu tun. Ich machte Verabredungen mit Freunden, die ich lange nicht gesehen hatte, aus, trieb Sport, entdeckte eine kleine, bisher nicht vorhanden gewesene, Lust zu Kochen und putzte unsere Wohnung. Nachdem ich jede einzelne Kiste durchsortiert hatte, war ich erschöpft, aber irgendwie glücklich. Dennoch las ich am zweiten Tag meine Mails und schämte mich furchtbar, dass ich so schwach war. Nach drei Tagen hörte es auf, dass ich dauernd auf mein Handy schaute. Ich begann leere Zeit mit Gedanken zu füllen, Pläne zu machen und mich einfach mit mir selbst zu beschäftigen. Nur noch zwischendurch, wenn ich mit Freunden schrieb, warf ich einen Blick aufs iPhone. Sonst lag es stundenlang an der Anlage im Wohnzimmer.

Ich dachte viel über Konsum nach, über meine Art zu bloggen. Irgendwie hatte ich mich ja selbst in diese Zwänge gepresst: Seit zweieinhalb Jahren habe ich jede Woche dreimal gebloggt, selbst im Urlaub immer Content geliefert, sieben Tage ohne Instagram wären für mich undenkbar gewesen und ich habe stets meinen gesamten Feed durchgescrollt um kein schönes Bild zu verpassen. Inspirationen von allen Seiten haben meinen Kopf zugemüllt und jegliche eigene Kreativität im Keim erstickt. Endlich habe ich gemerkt, dass es egal ist. Dass es nützlich sogar befreiend sein kann, einfach mal alles abzuschalten. Ich hatte kein Bedürfnis mehr nach Shoppen und keine Lust mehr ständig online zu sein. Ich bin kein krasser Konsummensch, von den Unmengen an Goodies, die ich als Blogger zugeschickt bekomme, fühle ich mich erdrückt, auch wenn manchmal schöne Dinge dabei sind. Ich will nicht so leben, will nicht von Champagnerparty zu Champagnerparty jetten und nicht wissen, wem ich vertrauen kann und wer nur auf meine Kontakte aus ist. Ich will bis fünf Uhr morgens mit einem Bier in der Hand in einer ranzigen Bar hocken und vor Lachen unterm Tisch liegen, weil mein Gegenüber Witze erzählt und dann mit einem Brötchen in der Hand zu den Landungsbrücken runterlaufen und über die Lichter der Stadt blicken. Ich will über Gott und die Welt philosophieren und mit Leuten sein, die meinen Horizont erweitern. Ich will auf Elektroparties die Nacht durch tanzen und den kompletten nächsten Tag verschlafen. Ich will andere Länder kennenlernen, andere Sitten und Kulturen. Und ich will nachhaltig und gesund leben, mich überwiegend vegan ernähren und Sport treiben.

Für meinen Blog bedeutet das, dass in Zukunft seltener Beiträge kommen. Nicht mehr dreimal die Woche bloggen, sondern dann, wenn ich Lust habe. Ich liebe Mode nach wie vor und werde auch über Mode bloggen, aber nicht mehr ständig neu shoppen. Stattdessen werde ich mich mehr mit fairer und nachhaltiger Mode beschäftigen, mit DIY und meine Outfits künstlerischer präsentieren. Eventuell werde ich zu Sport und Bodylove-Themen etwas schreiben und auch zu Ernährung, da ich selbst aber ungern Rezepte lesen, wird es etwas allgemeiner. Zwar habe ich mich in den letzten Jahren teilweise sehr ungesund ernährt, durch meinen Nebenjob kenne ich mich aber trotzdem gut mit gesunder Ernährung aus. Ich werde lifestyliger bloggen, über Themen, die mir am Herzen liegen und über Dinge, die mich inspirieren. Mehr als nur an der Oberfläche kratzen, damit ich dann wieder den Punkt erreiche, an dem ich stolz auf meinen Blog bin.

xoxo Ruth
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9 Comments

  • Oh Ruth, dein Text ist total toll geschrieben! Du triffst es genau so wie du es mir erzählst hast! Ich freu mich schon auf das neue strawberrypie , ich bleib auf jeden Fall dabei!!
    LG bis Morgen, ich freu mich
    Xx
    Eli

  • Ehrlich gesagt verfolge ich deinen Blog nicht wirklich. Ab und zu schaue ich mal vorbei. So auch letztens. Dein Blogpost „ich schäme mich fürs bloggen“ empfand ich als ein peinlicher Versuch auf die Trendwelle „ich hasse die ganzen Blogger, der Instagram Feed sieht gleich aus, so peinlich, trotzdem sehe ich wie alle anderen aus und mache weiter wie zuvor auch“ auf zuspringen. Ich dachte mir „nicht noch so ein dummer Post darüber“. Aber mit diesem Blogpost hast du mich wirklich überrascht. Er ist ehrlich und nachdenklich. Du hast über deine Situation nachgedacht und willst tatsächlich etwas ändern und das bewundere ich. Wir haben uns in der Vergangenheit ein, zwei mal bei Blogevents gesehen und ich stellte über eine gewisse Zeit fest, dass diese Bloggerwelt nichts für mich ist, deshalb verstehe ich die Blogger nicht, die über die Bloggerwelt lästern, aber nicht aussteigen, nicht ihr eigenes Ding machen, sondern weiter machen wie zuvor auch. Niemand zwingt die Meckerblogger Blogger zu sein, niemand. Deine Entscheidung deinen eigenen Weg zu gehen, nur noch zu bloggen wenn dir danach ist, bewusster einzukaufen, bewusster zu Leben kann ich sehr gut nachvollziehen und finde ich wirklich großartig. Mach weiter so. :D

    Süße Grüße
    Alison

  • Ein sehr interessanter Text. Ich denke wir sollten uns alle hin und wieder darauf besinnen, dass das Bloggen nur ein Hobby (für die meisten von uns) ist und es wichtigere Dinge im Leben gibt.
    Ich habe auch schon gemerkt, dass ständiges Online sein, andere Blogs lesen, sich unweigerlich vergleichen dazu führt, dass die eigene Kreativität und die eigenen Ideen auf der Strecke bleiben. Hin und wieder ist eine Auszeit (oder sogar in deinem Fall eine Änderung der Ausrichtung des Blogs) wichtig, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen.
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

  • Es ist ein schöner Text, ein ehrlicher. Jeder muss ab und an wieder zu sich selbst finden. Jedoch verstehe ich nicht, wieso ein Blog einen davon abhalten sollte bis um zum nächsten Morgen in einer Bar zu sitzen. Denn eigentlich steht den beiden nichts im Weg, eigentlich ist da kein Grund, dass nicht beides funktioniert. Wenn einen das bloggen so sehr unter Stress setzt, dass man sein Leben vergisst, dann macht man wohl tatsächlich was falsch, denn bloggen sollte Spaß machen. Ich hoffe, du findest deinen Spaß wieder.

  • Ich finde das ist ein sehr gesunder Plan, den du da ausgeklügelt hast. Mir selbst ging es das letzte Jahr über sehr ähnlich, ich wollte nicht mehr Teil dieser „Fashionlogger-Society“ sein mit all dem Gehabe und der Scheinwelt. Mir ging es tatsächlich sehr gut damit einfach mal länger nicht die Plattformen zu bespielen und Postings auf allen Kanälen zu promoten. Klar wird man dann weniger gesehen und das ist verdammt schade, weil man ja nach wie vor viel Arbeit in seine Postings steckt (vielleicht sogar noch mehr), aber wenn das der Preis für Unabhängigkeit in Social-Media ist soll es so sein.

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