OUTFIT | Interne und externe Gäste

Cape: Betsey Johnson – T-Shirt: H&M – Uhr: Michael Kors
Tasche: Liebeskind Berlin – Hose: Minkpink – Schuhe: SheIn


Ich habe jahrelang gekellnert. Einen Großteil dieser Zeit arbeitete ich bei einem Personaldienstleister, bei dem ich in jeglichen Hotels, Restaurants und Gastronomiebetrieben eingesetzt wurde. In einigen Hotels und Restaurants ging es hinter den Kulissen derart unfreundlich und unhöflich her, dass ich mir schwor dort auch privat niemals zu essen oder zu nächtigen (was sich bei einigen großen Hotelketten aber leider kaum vermeiden lässt). Es gab aber auch das Gegenteil: Tolle Hotels mit hervorragendem Personal, das sich auch im Rücklauf respektvoll behandelte. In einem dieser Hotels (ebenfalls eine große und bekannte Hotelkette) fühlte ich mich sehr wohl, sodass ich dort häufiger arbeitete. Irgendwann unterhielt ich mich während des Eindeckens mit dem Servicechef der Hotelkette und sprach mit ihm über den unmöglichen Umgang mit Personal in anderen Hotels. Daraufhin sagte er zu mir: „Es gibt interne und externe Gäste. Die internen sind das Personal, mit ihnen sollte man ebenso gut umgehen wie mit den externen Gästen, den Besuchern, sonst werden sie schlecht über dich reden. Wenn du einen guten Ruf willst, musst du mit allen gut umgehen, nicht nur mit den externen Gästen.“ Diese Worte gaben mir zu denken, denn er ist vor allem in der Gastronomie so wahr.

Aber das, was mein Servicechef damals zu mir sagte, lässt sich auch ungeheuer gut auf andere Branchen übertragen. Zum Beispiel auf die Bloggerbranche. Als Blogger kriegt man täglich Anfragen von Unternehmen, die sich Kooperationen wünschen. Einige Ansprechpartner der Unternehmen vergessen dabei manchmal ihr gutes Verhalten, wenn es nicht nach ihren Vorstellungen läuft und werden nahezu respektlos. Dass dieses Verhalten nicht nur sie, sondern meist die ganze Marke, für die sie werben möchten, in einem schlechten Licht dastehen lässt, vergessen sie wohl auch. Andersherum schickt man auch manchmal Anfragen raus. Ich selber mache das ungeheuer selten, aber es gibt doch das eine oder andere Unternehmen, das mir wirklich gut gefällt, dem ich dann doch eine Anfrage schicke. Mit Absagen komme ich auch gut zurecht, aber wenn mir klar wird, dass das Unternehmen wirklich nur auf die Zahlen geschaut hat und meine Anfrage nichtmal zu Ende gelesen hat, dann macht mich das traurig und ich selber werde dort wohl nicht mehr einkaufen. Das geht soweit, dass ich teilweise keine Anfragen mehr rausschicken mag, aus Angst enttäuscht zu werden, wenn ich eine Marke wirklich mag. Vor ein paar Jahren war ich noch ein relativ neuer Beautyblogger und es gab diesen einen Onlineshop, den ich wirklich mochte. Neben dem Onlineshop hatten sie auch ein Ladenlokal in der Nähe von Hamburg und da ich in dem Shop sehr gern bestellte, wollte ich ihn gerne auf dem Blog vorstellen. Dazu hatte ich mir gedacht, würde ich das Ladenlokal besuchen und dort ein paar Bilder machen und wenn möglich ein paar Fragen an die Geschäftsführung stellen. Ich schrieb also meine Mail mit der Anfrage, in der ich weder nach Produkten fragte, noch nach Geld. Ich wollte auch wirklich gar nichts haben für meinen Aufwand, weil mir der Shop einfach gefiel. Nach einer ganzen Zeit kam eine Antwort: Ich solle wiederkommen, wenn ich mehr Follower habe. Recht kurz gehalten und unhöflich. Ich fiel aus allen Wolken, man wollte sich nichtmal die Zeit nehmen ein paar Fragen zu beantworten oder mich in dem Laden ein paar Bilder machen zu lassen, weil meine Reichweite zu klein war oder man hatte die Anfrage deswegen nicht mal gelesen. So oder so: Ich habe danach nie wieder in dem Shop eingekauft und ich kann sagen, dass ich vorher ein guter Kunde dort war. Ungeheuer schade fand ich das, aber der Onlineshop hatte sich selbst so unsympathisch gemacht durch seine Reaktion, dass ich ihn nicht weiter unterstützen wollte.

Natürlich habe ich auch gegenteilige Erfahrungen gemacht. Es gab Firmen, die mir nach errfolgreicher Zusammenarbeit sogar Weihnachtskarten geschickt haben, das war wirklich süß. Unternehmen sollten einfach von vornherein etwas mehr aufpassen wie sie sich darstellen. Auch intern, wenn man es so bezeichnen möchte. Habt ihr schon Erfahrungen mit sehr unfreundlichen Unternehmen gemacht? Auch vielleicht als Arbeitnehmer?

xoxo Ruth

17 Comments

  • Als Arbeitnehmer habe ich sowas hauptsächlich in der Bewerbungsphase erlebt. Es gibt Unternehmen, die gehen sehr höflich mit Bewerbern um, schicken eine kurze Bestätigung wenn sie die Unterlagen erhalten haben oder falls es doch mal länger dauert, führen nette Gespräche beim Vorstellungsgespräch und schicken auch zeitnah eine Absage so das man das ganze Abhaken kann.
    Dann gibt es welche die reagieren überhaupt nicht, wenn man nachfragt reagieren die pampig, ne Absage erhält man wenn überhaupt mal nach Monaten. Wird man doch zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat der Personalchef plötzlich wichtigeres zu tun und seine Sekretärin muss übernehmen. Im Gespräch versuchen sie alles um dich als Idioten dastehen zu lassen, der eigentlich vor ihnen auf dem Boden kriechend um eine Anstellung flehen sollte. Mich hat mal einer gefragt warum ich in meiner Diplomarbeit keine bessere Note hätte, schließlich bekäme man sowas ja heute hinterhergeschmissen. Für so ein Unternehmen würde ich nicht arbeiten wollen, wenn die schon mit Bewerbern so respektlos umgehen, dann sicher auch mit Mitarbeitern.
    Frage mich auch was die sich denken? Schließlich wird sowas heute auch im Internet geteilt und sie beschädigen damit den Ruf des ganzen Unternehmens und wundern sich dann warum sich kaum noch Leute dort bewerben wollen.

  • Das ist echt ein super interessanter Post. Anscheinend hast du ja schon viele verschiedene Eindrücke bekommen. Ich habe auch immer viel nebenbei gearbeitet vor meiner Ausbildung, und war daher auch schon hier und da. Mal habe ich gekellnert oder in einen Modekette als Verkäuferin ausgeholfen. Auch beim Fotografen habe ich schon mal ausgeholfen. Allerdings muss ich sagen das ich bis jetzt immer Glück hatte und überall super mit meinen Kollegen auch nach der Arbeit oder „hinter den Kulissen“ klar kam.
    Ich finde es ist einfach so wichtig ob man sich in einen Betrieb wohl fühlt oder nicht. Und da trägt einfach einen großen Teil der Umgang miteinander bei.

    Liebe Grüße
    Franzi

  • Schönes Outfit, das Cape finde ich richtig toll :)
    Es ist schon interessant, was es für Unterschiede zwischen den Unternehmen gibt. Zum Glück musste ich bisher noch keine total schlechten Erfahrungen machen.

    Liebe Grüße,
    Jana von bezauberndenana.de

  • Finde es wirklich schade, dass viele Unternehmen wirklich nur auf das Oberflächliche schauen. So kann man seine Kunden auch los werden, aber wenn sie meinen, dass es ihnen hilft.

  • Hey!
    Erstmal DANKE, dass du auf meinem Blog kommentiert hast und ich somit auf deinen Aufmerksam werden konnte :) Vorweg sei schonmal gesagt: Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt! Dann als nächstes: Super Outfit! Gefällt mir rundherum gut!
    Und was deinen Text angeht, so fand ich ihn klasse zu lesen und auch so wichtig – viele Blogger verkaufen sich unter Wert, denken, die Unternehmen sind Könige und dürfen sich alles erlauben und vergessen dabei, dass jeder Link im Netz einem Unternehmen etwas bringt. Ich ignoriere mittlerweile unfreundliche Anfragen, oder Anfragen im Sinne vom „5 Dollar für einen Post wenn es min. 100 Klicks gibt“, außerdem auch Anfragen von Firmen, hinter denen ich nicht stehe. Wenn mir eine Firma gut gefällt, dann schreibe ich die auch mal an und zum Glück habe ich bisher noch keine unfreundlichen Emails bekommen, so wie die, die du beschrieben hast. Mal sehen, wie es weitergeht… ;)
    Kannst du mir vielleicht noch eine Freude machen und beim Keimling Food Blog Award für mich voten? Das wäre soooo super: Keimling Award
    Danke und ganz liebe Grüße!
    Larissa
    cenestquedelachance.blogspot.de

  • Ich bin total begeistert von deiner Jeans – perfekter Schnitt und tolle Waschung! Und die ganze Farbkombination ist sowieso ganz mein Geschmack – toll! :)

    Liebe Grüße,
    Sara.

  • Was für ein toller Post und schöne Bilder!
    Oh ja, was du beschreibst kenne ich nur zu gut… das fängt allein damit an wenn in Anfragen mein Name falsch geschrieben wird oder man einfach merkt, dass die Mail „Copy Paste“ ist… wirklich schade, dass man als Blogger oft als günstige Werbefläche abgestempelt wird („ach, der schicken wir einfach ein paar Kleider, darüber freut die sich.“
    Alles Liebe,
    Caro It’s Linnae

  • Du hast so einen schönen Look! Ich liebe deinen Teint – du siehst aus wie eine Elfe. Die Farben deines Outfits stehen dir total gut und der Poncho sieht richtig kuschelig aus. Die Tasche ist ein absoluter Hingucker. Ebenso wie deine schöne Hose!
    Liebste Grüße und einen guten Start in die neue Woche,
    Christina von http://lifeas-christina.blogspot.de

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